Vom Schauspielstil her eher europäisch introvertiert und psychologisch differenziert seine Rollen auslotend, ist der 1953 in Illinois geborene John Malkovich seit 1999 im Titel der Surreal-Groteske "Being John Malkovich", in dem er selbst in den eigenen Gehirnwindungen spazieren geht, verewigt. Malkovich erhielt seine Ausbildung am Theater und fand bereits mit der zweiten Filmrolle als Kriegsfotograf in "The Killing Fields" Beachtung. Der auch "Chamäleon" genannte Malkovich schrieb sich mehrfach dank seines Wagemutes und der glücklichen Rollenwahl in die Filmgeschichte ein: vor allem als erotomaner, verführerischer französischer Aristokrat Valmont in Stephen Frears'' "Gefährliche Liebschaften", als Ehekrüppel auf Sinnsuche in Nordafrika in Bernardo Bertoluccis "Himmel über der Wüste" oder als die Masken wechselnder, psychopathischer Präsidentenattentäter neben Clint Eastwood in "In the Line of Fire" (zweite Oscar-Nominierung nach...
Vom Schauspielstil her eher europäisch introvertiert und psychologisch differenziert seine Rollen auslotend, ist der 1953 in Illinois geborene John Malkovich seit 1999 im Titel der Surreal-Groteske "Being John Malkovich", in dem er selbst in den eigenen Gehirnwindungen spazieren geht, verewigt. Malkovich erhielt seine Ausbildung am Theater und fand bereits mit der zweiten Filmrolle als Kriegsfotograf in "The Killing Fields" Beachtung. Der auch "Chamäleon" genannte Malkovich schrieb sich mehrfach dank seines Wagemutes und der glücklichen Rollenwahl in die Filmgeschichte ein: vor allem als erotomaner, verführerischer französischer Aristokrat Valmont in Stephen Frears'' "Gefährliche Liebschaften", als Ehekrüppel auf Sinnsuche in Nordafrika in Bernardo Bertoluccis "Himmel über der Wüste" oder als die Masken wechselnder, psychopathischer Präsidentenattentäter neben Clint Eastwood in "In the Line of Fire" (zweite Oscar-Nominierung nach dem Blinden in "Ein Platz im Herzen"). Malkovich spielte mit seinen stets durchdachten Konzepten Rollen im europäischen Autorenkino ("Jenseits der Wolken", "Der Unhold"), im Gesellschaftsdrama ("Portrait of a Lady") oder im Genrefilm (Musketier in "Der Mann in der eisernen Maske", Schwerverbrecher in "Con Air"). Als Ursprung seiner Inspiration nannte Malkovich 1997 seine Kindheit, in der er oft von seinem Bruder verprügelt wurde, was ein lebenslanges Trauma hinterließ. Neben Bösewichten verkörperte er oft auch Filmkünstler: Herman Mankiewicz in "RKO 281", Friedrich Wilhelm Murnau in "Shadow of the Vampire" und den Regisseur John Crawford in "Ich geh'' nach Hause". Sein eigenes Regiedebüt gab Malkovich 2001 mit der Verfilmung von Nicholas Shakespeares "Der Obrist und die Tänzerin", die allerdings keinen Anklang an den Kinokassen fand. Seiner florierenden Schauspielkarriere schadete sein kreativer Versuch glücklicherweise nicht: In der erfolgreichen Agentenparodie "Johnny English" geniesst er als arroganter französischer Milliardär sichtlich einmal mehr das Spiel als Bösewicht und Widersacher von Rowan Atkinson.
John Malkovich ist noch in folgenden Filmen zu sehen